Ist Münster zu teuer zu wohnen? (Symbolbild)

Münster leidet unter einer umfassenden Wohnungsnot. Es gibt insgesamt viel zu wenige Wohnungen, vor allem aber zu wenig bezahlbare Wohnungen. Das verspüren viele Menschen. Diejenigen die nach Münster ziehen wollen, aber auch diejenigen, die in Münster wohnen und mit den Verdrängungen des Marktes durch Mieterhöhungen oder Luxussanierungen leben müssen. Junge Familien, Studierende, Rentner und Rentnerinnen, zunehmend aber auch die sogenannten Normalverdiener werden persönlich mit den Schattenseiten des Marktes konfrontiert.

Dies alles muss dem Oberbürgermeister-Kandidaten der Grünen, Peter Todeskino, auch bekannt sein. Als er direkt nach seiner Nominierung ein Interview gab, wurde er unter anderem gefragt, wie man bezahlbaren Wohnraum schaffe. Seine Originalantwort: „Wenn die (kleine ländliche Kommunen) mit ÖPNV ordentlich angeschlossen sind, habe ich nichts dagegen, dort den Wohnraum zu mobilisieren, auch für die Münsteraner.“

Diese Aussage schlägt einen glatt vom Stuhl. Das heißt übersetzt, wer sich Münster nicht mehr leisten kann, soll doch nach Ansicht von Todeskino nach Altenberge, Appelhülsen oder Albersloh ziehen. Nichts gegen die drei Orte, die Menschen, die dort leben, tun das sicher gut und gerne. Aber wer es völlig aufgibt, in Münster ausreichend bezahlbaren Wohnraum schaffen zu wollen, der baut Zäune und Mauern um unsere Stadt. In Münster wohnen die, die es sich leisten können, die Anderen können im Umland sehen, wo sie bleiben.

Was das für jede einzelne Person bedeutet, wenn man aus seiner angestammten Wohnung verdrängt wird, oder erst gar keine findet, das sollte niemand, der oder die sich in der Kommunalpolitik engagiert, vergessen. Auch kein grüner Oberbürgermeisterkandidat.

Text: Udo Reiter